Als lernende und sich wandelnde Organisation ist das Kinderhaus den vielfältigen Herausforderungen einer sich wandelnden Welt und Umwelt gewachsen. Die Mitglieder – seien es Eltern, Erzieher*innen oder Kinder – gestalten die Arbeitskultur genauso mit wie die Räumlichkeiten. Diese gelten als Forschungs- und Entwicklungsräume, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. In beiden ist der Leitfaden der Nachhaltigkeit sichtbar, wobei besonders im Außenbereich auf Ressourcenschonung geachtet wird.

DEN Kindergarten gibt es nicht. Wir haben vorstellungen sind aber Flexibel. Mal wünschen wir uns einen Jurtenkindergarten mal einen Hauskindergarten. Gemeinsam haben sie die Nachhaltigkeit. Das bedeutet für uns eben auch. Wir wollen nicht nur einen sondere mehrere Kindergärten und jedes davon wird unterschiedliche Gruppen (Kinderkrippen, Kindergartengruppen) haben.

Pädagogisch setzen wir auf den Situationsansatz, der es uns erlaubt, auf die Bedürfnisse, Wünsche und Anforderungen jedes Kindes Rücksicht zu nehmen. Das bedeutet, dass wir im Alltag nicht auf festgelegte Pläne setzen, sondern Situationen, Gespräche, Ereignisse, Feste, Traditionen und Persönlichkeiten zum Anlass nehmen, bestimmte Dinge ausführlicher zu thematisieren.

Unser Leitgedanke und Hauptthema, die Nachhaltigkeit, zieht sich durch alle Bereiche des Alltags vor und hinter den „Kulissen“ – also in der Kindererziehung genauso wie im Büro.

Kinder sind neugierig. Sie interessieren sich für das, was um sie herum geschieht und wollen mehr darüber erfahren. Als Aufgabe der Erzieher*innen sehen wir es an, durch Beobachtung und Zuwendung zu analysieren, für welche Bereiche sich die Kinder gerade interessieren und was sie erfahren wollen. 

Die anregungs- und abwechslungsreiche Umgebung in der Natur bietet dabei immer wieder neue Einflüsse, die Anlässe zum Lernen schaffen. Durch Projekte, Lernspiele, Gespräche, Geschichten und Basteleinheiten können dann spielerisch mehr Wissen und Kompetenzen erlangt werden. Dies geschieht auch im altersübergreifenden Austausch, den wir als besonders wertvoll erachten. Das Lernen mit- und voneinander geschieht auch ohne das Zutun von Erwachsenen, dennoch wird es ausdrücklich unterstützt und die Kinder dazu ermuntert. Dabei sehen wir es nicht nur als einen Prozess unter Kindern, sondern interpretieren die Rolle der Erzieher*innen auch als eine der Lernenden, die die Lernprozesse ermöglichen und aktiv an ihnen teilhaben.

Bei dieser situationsbedingten Art der Alltagsgestaltung ist es uns wichtig, dass die Kinder die Chance und Möglichkeit haben, sich selbst einzubringen und aktiv an ihr teilzuhaben. Was sie können wird ihnen zugetraut, anderes gemeinsam angegangen. So soll von Anfang an klar sein, dass Kommunikation auf Augenhöhe und das Ausrücken der eigenen Meinungen und Bedürfnisse zu einem gemeinsamen Alltag und Zusammenleben dazugehören – sei es im Kindergarten oder Zuhause. Dazu gehört auch, Werte und Normen aktiv anzusprechen und zu diskutieren. So sollen Regeln niemals willkürlich wirken sondern gemeinsam besprochen, festgelegt und infrage gestellt werden.